Hinweise zur Waldarbeit in der Corona- Pandemie

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat das Saarland am 30. März 2020 eine Verordnung erlassen. Demzufolge ist u.a das Verlassen der eigenen Wohnung ist nach Maßgabe des Absatzes 1 und nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt:

§ 1 Grundsatz der Kontaktreduzierung

Jeder wird angehalten, die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushalts auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Wo immer möglich ist ein Mindestabstand zu anderen Personen von zwei Metern einzuhalten. Ein nicht in häuslicher Gemeinschaft lebender Elternteil sowie die mit diesem in häuslicher Gemeinschaft lebenden Personen gelten als haushaltsangehörige Personen.

Die gesamte Verordnung finden Sie hier: https://corona.saarland.de/DE/service/massnahmen/massnahmen_node.html

Wir haben vor dem Hintergrund versucht Fragen und Antworten im Zusammenhang mit dem Corona-Virus für Sie als Waldbesitzer zu präzisieren:

Ist Waldarbeit weiter möglich?

Ja, wenn die Kontakte zu anderen Menschen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Das gilt auch für Brennholzgewinnung. Die Vorgaben zur Arbeitssicherheit sind selbstverständlich einzuhalten. Alleinarbeit ist bei motormanueller Aufarbeitung zu vermeiden, die gebotenen Schutzmaßnahmen (Abstand mindestens 2 Meter und kein Körperkontakt) sind jedoch zu wahren. Alleinarbeit ist in bäuerlichen Betrieben ausnahmsweise zulässig, wenn die ständige Verbindung aufgrund betrieblicher oder technischer Gegebenheiten nicht zu gewährleisten ist, aber andere geeignete sicherheitstechnische Vorkehrungen getroffen sind. Zu den anderen geeigneten sicherheitstechnischen Vorkehrungen gehören in jedem Falle

- eine entsprechende fachliche Ausbildung und Fachkunde,

- eine angemessene technische Ausrüstung einschließlich Körperschutzausrüstung,

- ein Notrufsystem nach DIN V VDE V 0825-11 (Mobiltelefon mit Notruffunktion, „Notrufhandy“)

Mehr Infos zum Thema Arbeitssicherheit gibt es unter: https://www.svlfg.de/forst

Dürfen noch Beratungsgespräche mit Waldbesitzern stattfinden?

Einzel-Beratungsgespräche im Wald sind möglich – aber nur dann, wenn sie nicht verschiebbar sind und die gebotenen Schutzmaßnahmen (Abstand mindestens 2 Meter) eingehalten werden. Wann immer möglich, sind Telefon und Email vorzuziehen.

Soll ich jetzt weiter meine Sturmschäden/mein Sturmholz aufarbeiten?

Ja, das ist mit Blick auf den Borkenkäfer sogar besonders wichtig. Auch hier gilt: Die gebotenen Schutzmaßnahmen beim Kontakt zu anderen Menschen sind zu wahren (Abstand mindestens 2 Meter und kein Körperkontakt). Die Vorgaben zur Arbeitssicherheit sind aber einzuhalten: Bei motormanueller Aufarbeitung ist Alleinarbeit zu vermeiden. Mehr Infos zum Thema Arbeitssicherheit gibt es unter: https://www.svlfg.de/forst

Muss ich meinen Wald weiter auf Käferbefall kontrollieren?

Ja, hierzu sind Waldbesitzer gesetzlich verpflichtet. Derzeit ist die Aufarbeitung aller alten Käferbäume wichtig, aus denen noch Borkenkäfer im Frühjahr ausfliegen können. Dadurch wird ein Neubefall verhindert und genügend Arbeitskapazität für die Aufarbeitung von Käferbefall an anderen Stellen erhalten

Kann ich jetzt meine Kulturen pflanzen?

Ja. Die Frühjahrspflanzung zählt zu den regulären Betriebsarbeiten. Durch ent-sprechende Arbeitsorganisation sind aber Kontakte zu anderen Menschen möglichst zu vermeiden.

Kann ich weiterhin Förderanträge stellen?

Ja. Allerdings ist bei der Erarbeitung und Erstellung der unmittelbare persönliche Kontakt möglichst zu vermeiden. Bei der Beratung und der Unterzeichnung der Anträge sind die gebotenen Schutzmaßnahmen (Abstand mindestens 2 Meter und kein Körperkontakt) einzuhalten. Gemeinsame Termine im Büro müssen unterbleiben, Fragen sollen telefonisch geklärt werden.

Muss ich weiterhin vor Maßnahmenbeginn einen Förderantrag stellen?

Bei waldbaulichen Maßnahmen (z.B. Wiederaufforstung) ist eine vorherige Antragstellung und Bewilligung weiter erforderlich.