Demonstration zur Sicherung des Fortbestandes unserer Familienforstbetriebe am 27. September in Mainz

Liebe Waldbesitzer,

Sie kennen die Situation: die Hitze- und Dürrewellen des vergangenen und diesen Jahres haben in unseren Wäldern deutliche und schmerzhafte Spuren hinterlassen. Die wenigen Regenschauer der letzten Wochen haben gerade einmal ausgereicht, den Boden bis in eine Tiefe von nur wenigen Zentimetern anzufeuchten; in den Wurzelräumen der Waldbäume ist praktisch kein Wasser mehr vorhanden. Bäume und ganze Waldbestände sterben reihenweise ab, allen voran unsere Fichten, die unter den Borkenkäferschäden in besonderer Weise leiden. Der Zusammenbruch der Holzabsatzmärkte hat dazu geführt, daß Schadhölzer nicht mehr eingeschlagen und vermarktet werden können. In den meisten Fällen liegen die Aufarbeitungskosten über den Erlösen aus Holzverkauf – sofern Stammholz überhaupt noch abgenommen wird.

Dies führt zu der zwangsläufigen Situation, daß viele Waldbauern nicht mehr über diejenigen finanziellen Mittel verfügen, die nötig wären, die gesetzlich vorgeschriebenen Wiederbe-waldungsmaßnahmen zu bezahlen. Auch wenn die Fördertöpfe des Landes gut bestückt sind und die Hilfsbereitschaft des Umweltministeriums unübersehbar ist, bleibt immer noch ein aus eigener Tasche zu finanzierender spürbarer Eigenanteil übrig.

Auf den ersten Blick scheint es so, als stelle sich die Situation im Saarland im Vergleich zu Gesamt-Deutschland noch verhältnismäßig glimpflich dar. Doch dieser Schein trügt. Auch in saarländischen Wäldern tickt die Zeitbombe des „Waldsterbens 2.0“, wie es in den Medien heißt. Fast alle Baumarten sind an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen. Auch wenn ich solche Entwicklungen von meinem Naturell her eher weniger hysterisch sehe, kommt in mir große Sorge auf, wenn ich mir die Entwicklung der nächsten Wochen, Monate und Jahre vorstelle.

Zustand und Entwicklung im übrigen Bundesgebiet sind selbstredend. Bis dato sind rund 120.000 ha dürre- und käferbedingt kahlgefallen, die (volks- und betriebswirtschaftlichen) Schäden sind nahe der Milliardengrenze. Ganze Familienforstbetriebe sind in den Ruin getrieben worden und stehen vor dem finanziellen Kollaps.

Vor diesem Hintergrund plant unser Dachverband, die AGDW, eine Großdemonstration für die Bedeutung, den Erhalt und die Sicherung des Fortbestandes unseres Waldes. Diese soll anläßlich der Agrarministerkonferenz (AMK) am 27. September in Mainz durchgeführt werden. Einzelheiten wollen Sie bitte der Anlage „Entwurf für den Ablaufplan…“ entnehmen. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihr Augenmerk auch auf das beigefügte Positionspapier der AGDW „Klimaziele erreichen – Wald erhalten…“ lenken. Die dort formulierten Thesen werden inhaltlicher Gegenstand der Demonstration sein.

Und zu guter letzt meine dringende Bitte und Appell an Sie alle: lassen Sie uns nicht nur solidarisch mit den von der Katastrophe betroffenen Waldbauern im übrigen Bundesgebiet sein, sondern behalten Sie auch unsere eigene (bedrohliche) Situation im Blick. Lassen Sie uns unsere Interessen und Sorgen durch einen gewaltigen Auftritt in Mainz zum Ausdruck bringen! In diesem Fall gilt das alte Sprichwort „Masse macht Mut“. Insofern sind nicht nur Ihre Familienmitglieder, sondern auch waldinteressierte Freunde und Bekannte zur Teilnahme an der Demo eingeladen! Je mehr „Demonstranten“ in den Fokus der in Mainz tagenden Politiker rücken, desto eher werden uns „Respekt“ und Gehör nicht nur der politischen Entscheidungsträger, sondern auch der Öffentlichkeit (Medien) sicher sein.

FBG Saar und der Waldbesitzerverband werden Busse bereitstellen, die Sie kostenlos nach Mainz (und natürlich wieder zurück…) bringen werden. Die Abfahrtorte der Busse werden noch festgelegt und Ihnen rechtzeitig durchgegeben. Zur Optimierung der Ablauforganisation bitte ich Sie, Ihr Interesse an der Teilnahme möglichst zeitnah an die Geschäftsstelle zu übermitteln:

  • info@waldbesitzerverband-saarland.de
  • w.pester@ecccoforst.de
  • Tel. 0171/3335987

Bitte geben Sie dabei die Zahl der Teilnehmer, Ihre Anschrift und v.a. Ihre Kontaktdaten

(vorzugsweise eine e-mail-Anschrift) an, damit Sie für weitere Informationen schnell erreichbar sind. Sobald uns die entsprechenden Meldungen vorliegen, werden wir die Abfahrtsorte und –zeitpunkte der Busse festlegen und Ihnen mitteilen.

Es grüßt Sie herzlich

Michael Klein, Vorsitzender

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